Skip to content
6. Mai 2011 / schnecke123

Viel zu viel

Ein Affe hat zuviel gefeiert.
Nun schaut er dumm aus seiner Haut.
Sein Blick ist glasig und verschleiert.
Verärgert zeigt sich seine Braut.

Er ist versumpft mit Zechkumpanen.
Die Stimmung stieg mit jedem Glas.
Der Absturz war vorherzuahnen.
Das Schädelweh folgt auf den Spaß.

Wer einen Affen hat, der leidet.
Die Stunden werden ihm zur Qual.
Dann denkt er nach und er entscheidet:
Der Alkohol, der kann mich mal.

Da staunt sein flottes Frauenzimmer.
Sie hört es gern, jedoch sie glaubt,
wahrscheinlich bleibt es so wie immer.
Sein Vorsatz ist zu hoch geschraubt.

Der Affe meidet Bierspelunken.
Und er besucht die Konkurrenz.
Dort wird nur Tee und Saft getrunken.
Bekömmlich ist die Abstinenz.

Roman Herberth

Advertisements
6. Mai 2011 / schnecke123

Zwei Ochsen

Zwei Ochsen ziehen einen Wagen.
Sie stöhnen unter ihrem Joch.
Und wollen ihrem Dienst entsagen.
Die Arbeit quält sie, noch und noch.

Sie sind schon im gesetzten Alter,
von Altersrente keine Spur.
Im Gegenteil der Gutsverwalter
ist gnadenlos, rund um die Uhr.

Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen.
Sie hören nie ein gutes Wort.
Sie schuften täglich wie besessen,
und größtenteils noch im Akkord.

Am Abend sind sie ausgepowert.
Das starre Strohbett wartet schon.
Und keine Sau, die sie bedauert.
Sie ernten einen Hungerlohn.

Geschmiedet werden Rachepläne.
Die Phantasie schweift kreuz und quer.
Gedanklich zeigen sie die Zähne,
und setzen sich gekonnt zur Wehr.

Selbst die Gewerkschaft muss hier passen,
obwohl sie das nicht glauben mag.
Der Gutsbesitzer, nicht zu fassen,
schert aus, aus dem Tarifvertrag.

Roman Herberth

6. Mai 2011 / schnecke123

Ein Drachen

Ein Drachen tobt am Arbeitsplatz.
Er möchte uns das Fürchten lehren.
Er flucht und schimpft in jedem Satz.
Wir werden uns beim Chef beschweren.

Sein Auftritt: äußerst furchterregend.
Er mischt sich in Gespräche ein.
Er ist der Abschaum dieser Gegend.
Und wenn er faucht, wird er gemein.

Das Schlechte ist in ihm vereinigt,
man zittert, wenn er Feuer speit,
dann wird dem Ungetüm bescheinigt:
Er sei die Ausgeburt der Zeit.

Er schnaubt gehässig, wenn wir sprechen.
Gefürchtet ist sein Lachanfall.
Das ist zwar kein Gewaltverbrechen.
Jedoch es stört uns überall.

Wir sollten uns zusammenschließen.
Der Drachen steigert nur den Stress.
Wir machen, vor dem Tränenfließen,
dem Ungeheuer den Prozess.

Roman Herberth

6. Mai 2011 / schnecke123

Ein Rhinozeros

„Wir bauen uns ein Märchenschloss,
umringt von einem Wassergraben.“
Verkündet ein Rhinozeros,
„damit wir endlich Ruhe haben.

Geschützt sind wir vor jedem Feind.
Vergeblich handelt sein Bemühen.
Und weil es aussichtslos erscheint,
wird er entnervt von dannen ziehen.

Wir leben auf, das macht uns stark.
Die Kinder können sich entfalten.
Wir sind im höchsten Grad autark.
Die Zukunft können wir gestalten.

Gut abgeschirmt verpufft der Plan,
uns hämisch in die Knie zu zwingen.
Ein Widersacher schärft den Zahn,
sein Kampfeinsatz wird ihm misslingen.“

Sein Eheweib, selbst ein Koloss,
verweigert sich und mahnt bescheiden.
„Vergiss den Traum vom Märchenschloss,
und hilf beim Essenzubereiten.“

Roman Herberth

6. Mai 2011 / schnecke123

Ein alter Fuchs

Ein alter Fuchs erklärt den Kleinen:
„Ich hoffe, ihr vergesst es nie.
Die Sonne wird wohl ewig scheinen
und liefert täglich Energie.

Am Meer bläst eine steife Brise.
Sogar im Flachland weht der Wind.
Ein Windpark wächst auf einer Wiese,
erfreut ist jedes Menschenkind.

Es wandert eine grüne Masse,
gehäckselt wurde Mais und Gras.
Schon ist ein Landwirt gut bei Kasse.
Das Endprodukt ist Biogas.

Jedoch mit Öl ist nicht zu spaßen.
Es ächzt und stöhnt das weite Meer.
Bald sind die Wassereinbahnstraßen,
vom Fisch befreit und Plankton-leer.

Die Pfoten weg von Kernkraftwerken.
Misshandelt bitte kein Atom.
Als letztes wäre anzumerken:
Erneuerbar sei jeder Strom.“
Roman Herberth

6. Mai 2011 / schnecke123

Reime und Gedichte von Roman Herberth

Ihr Browser kann leider keine eingebetteten Frames anzeigen:
Sie können die eingebettete Seite über den folgenden Verweis
aufrufen: buch-schreiben

6. Mai 2011 / schnecke123

Es war einmal

Es lebte einst ein Krokodil
am längsten Strom von Afrika.
Das Jagen war ein Kinderspiel.
Die Beute, stets zum Greifen nah.

Oft kamen Freunde zu Besuch,
dann wurde festlich aufgetischt.
Man ‚fütterte‘ das Gästebuch.
Das Früher wurde aufgefrischt.

Die Lebensfreude hat getagt.
Man kannte weder Streit noch Zank.
Die Mühsal hatte nie geplagt.
Und Allah galt der Erntedank.

Die Schere zwischen arm und reich,
fand keinen Platz im Wüstensand.
Der Wohlstand war für alle gleich.
Das Münzen-zählen: unbekannt.

Doch Herrscher bauten einen Damm.
Das Wasser wurde aufgestaut.
Die Raffgier kämpfte um den Schlamm.
Gebietsansprüche wurden laut.

Nun ist das Paradies zerstört,
mit ihm ein guter Lebensstil.
Ein weiter Landstrich ist empört,
darunter auch das Krokodil.

Roman Herberth